Was ist ein Reizdarm-Syndrom?

Ein Reizdarm ist eine Störung der Darmbewegungen, der Empfindlichkeit der Darmnerven oder der Art und Weise, wie das Gehirn einige dieser Funktionen kontrolliert. 

Das Reizdarmsyndrom ist eine „Krankheit“ mit vielen Gesichtern. Möglicherweise gibt es nicht "den" Reizdarm, sondern mehrere Untergruppen. Es können verschiedene Auslöser infrage kommen, die wiederum voneinander abweichende krankmachende Mechanismen im Darm in Gang setzen. Auch kann der Reizdarm als Begleiterscheinung anderer Krankheiten auftreten.

Symptome 

  • Unterbauchschmerzen
  • Blähungen/Gas
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • emotionale Faktoren (z. B. Stress, Nervosität, Depressionen und Angst)
  • meist nur am Tag, während des Schlafs wird man nicht gestört
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlafprobleme
  • uvm.

Ursache

Die Ursache kann für manche Menschen hochkalorische Mahlzeiten oder eine fettreiche Ernährung der Auslöser sein. Es aber auch folgende Ursachen zugrunde liegen…

  • Medikamente (einschließlich Abführmittel)
  • Antibiotika
  • Hormone
  • Lebensmittelallergien/-unverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz, Histaminintoleranz, Zöliaki, …)
  • Hastiges, zu schnelles Essen
  • emotionales Essen, Suchtessen, Fressanfälle
  • emotionale Faktoren (z. B. Stress, Nervosität, Depressionen und Angst)
  • Fehlbesiedlung des Darms (Viren, Bakterien, Parasiten)
  • Morbus Crohn
  • Colitis Ulcerosa
  • uvm. ...

Diagnose

Mehrere Untersuchungen sollten erfolgen:

  • Magen- und Darmspiegelung
  • Ultraschall
  • Blutuntersuchung mit Blutbild (Leberenzymen, Salzen, Schilddrüsen- und Nierenwerten)
  • Stuhluntersuchung lässt sich Parasitenbefall ausschließen
  • Atemtests können Unverträglichkeiten gegen bestimmte Zuckerarten nachgewiesen werden.

Anschließend sollte zu dem Therapieverfahren des Arztes eine Ernährungsberatung erfolgen, damit der „Patient“ nicht alleine dasteht und ein tiefgreifendes Wissen erhält um zukünftig besser auf seine Symptome eingehen kann.

Ernährungsberatung

  • FODMAP-arme Ernährung
  • Symptomtagebuch/Esstagebuch
  • Mehr ballaststoffreiche Ernährung und mehr Wasserzufuhr bei Verstopfung
  • Darmaufbau
  • Nährstoffmangel aufdecken
  • häufiger kleine Mahlzeiten als wenige große Mahlzeiten zu sich nehmen (beispielsweise sind fünf oder sechs kleine Mahlzeiten besser als drei große Mahlzeiten pro Tag).
  • Langsam essen

Was sind FODMAPs? 

FODMAP ist die englische Abkürzung für 
Fermentierbare 
Oligosaccharide, 
Disaccharide, 
Monosaccharide 
And (und)
Polyole.

Hiermit gemeint sind schnell vergärende Kohlenhydrate, wie sie etwa in Süßigkeiten, Brot (besonders Weizen), Milchprodukten, Steinobst oder Kohl stecken. Die Polyole (Zuckeralkohole) finden sich in vielerlei industriell hergestellten Produkten als Süßungsmittel oder Feuchthaltemittel. 

Während der FODMAP-reduzierten Diät lassen die Beschwerden gelegentlich rasch nach oder verschwinden sogar ganz. Nach vier bis acht Wochen sollten in jedem Fall die FODMAP-haltigen Nahrungsmittel schrittweise wieder ausprobiert werden, denn sonst können Mangelerscheinungen auftreten. Wichtig hierbei in einem Ernährungstagebuch genau festzuhalten, welche Symptome nun nach dem Verzehr welcher Lebensmittel auftreten. So lässt sich individuell herausfinden, was der Darm verträgt.

Was beruhigt den Reizdarm?

Bitte immer individuell und nach einer Beratung einnehmen.

Pflanzliche Wirkstoffe:

  • Pfefferminzöl
  • Melissenblätterextrakt
  • Johanniskrauttee
  • Hopfen
  • Baldrian
  • Ashwaganda
  • Flohsamenschalen/Leinsamen
  • Probiotika (Darmsanierung)
  • Vitamin C, Zink
  • Omega 3

Zusätzlich

  • Bewegung
  • Ausreichen Schlaf (7-8 Std)
  • Viel trinken
  • Entspannungstechniken (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Resilienz Coaching, uvm.)

Generell ist es für Menschen mit Reizdarm sinnvoll, langsamer, gemütlicher und geselliger zu essen und insgesamt mehr Ruhe und Struktur in den Alltag zu bringen.

Weitere Tipps für eine darmfreundliche Ernährung: 

  • Nehmen Dir Zeit zum Essen
  • Kauen Sie gründlich (schmauen)
  • Achte auf dein Sättigungsgefühl – es tritt ca. nach 20 Minuten ein.
  • Esse regelmäßig, Snacke nicht ständig zwischendurch. Der Darm braucht eine Ruhepause
  • Trinke ausreichend – Getränke ohne Zucker und Kohlensäure, am besten stilles Wasser
  • Speisen und Getränke sollten weder zu kalt noch zu heiß sein
  • Speisen sollten weder zu fett noch zu würzig sein
  • Keine Rohkost am Abend
  • Esse bevorzugt naturbelassene Lebensmittel
  • Essen so abwechslungsreich und ausgewogen wie möglich

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